Geschichte der Bürgergarde

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             Geschichtlicher Hintergrund zum Dasein der Bürgerwehren

 

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts - Napoleon war geschlagen, sein Bruder Jerome aus Kassel vertrieben - waren die Erwartungen der Einwohner Kurhessens und der anderen deutschen Staaten groß.

Die Untertanen wurden mit ihrer Hoffnung auf freiheitliche Verfassungen und ein geeintes Deutschland von den zurückkehrenden absolutistischen Herrschern enttäuscht. Die Presse wurde zentralisiert, Personen die sich politisch engagierten wurden bespitzelt.

Als es nach der Juli-Revolution in Paris 1830 auch in Kurhessen gärte und es hierzulande zu Unruhen kam, ordnete der Kurfürst am 2.10.1830 an, dass zum Schutz von Leben und Eigentum der Untertanen in allen Städten und größeren Flecken des Kurstaates Bürger - Bataillone und Bürger - Kompanien zu bilden seien. In Schlüchtern wurde mit der Aufstellung der Kompanie bereits im Dezember 1830 begonnen.

Das 24. Kurhessische Schlüchterner Bürgergarde - Bataillon bestand aus 4 Kompanien. Je eine in Schlüchtern, Steinau, Salmünster und Soden.

Die Bewaffnung bestand aus Säbeln, Musketen und Büchsen, die zum Teil von den Gardisten selbst angeschafft wurden. Die Uniformierung war durch das “Bürgergarde-Gesetz” vorgeschrieben, wer noch keine Uniform besaß trug neben der Waffe Zivilkleidung und war mit einer rot/weißen Armbinde gekennzeichnet. Schießübungen und Exerzieren wurden meist Sonntagnachmittags abgehalten und der Ausmarsch war jedes Mal ein Ereignis für die damalige Bevölkerung. Neben zahlreichen auch recht lästigen Diensten war das jährliche Preisschießen auf der Platte ( Acis ) zu Kurfürst Geburtstag, das größte Ereignis. In einem großen Zug zog man mit Weib und Kind durch die Stadt auf die Platte.

In den Revolutionsjahren 1848/49 und der darauf folgenden kurhessischen Verfassungskrise standen die Bürgergarden meist auf der Seite der demokratischen Bewegung. Zuvor zum Erhalt von  Ruhe und Ordnung errichtet, bedeuteten die bewaffneten Bürger nun eine Bedrohung für den Fürsten. Mit Hilfe von Bundessoldaten verfolgten Kurfürst Friedrich Wilhelm I. und sein Minister Hassenpflug ihre verfassungswidrigen Ziele. Die so genannten “Strafbayern” (ein österr./bayer. Exekutionskorps) wurden 1850 auch in Schlüchtern einquartiert und lösten die hiesige Bürgergarde auf.

Offiziell wurde die Bürgergarde erst am 19. Dezember 1854, dem letzten Tag des Kriegszustandes aufgelöst. Diese Verordnung beendete nun auch juristisch die Existenz der Bürgergarde in Kurhessen*.

 

 

 

*(Marco Arndt, Militär und Staat in Kurhessen 1813-1866)

 

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Nachweis der Bürgergarde das diese schon im Jahr 1831 existiert hat.
Diese Urkunden bestätigen den Nachweis das die Bürgergarde Schlüchtern schon im Jahr 1831 existiert hat.
1831Kurhessisches Staats- u- Adresshandb
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Bürgergarde 1950 bis Heute
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Geschichte der Biedermeiergruppe

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Biedermeier

 

Als Biedermeier wird die Zeitspanne von 1815 (Wiener Kongress) bis 1848 (Beginn der bürgerlichen Revolution) in den Ländern des Deutschen Bundes und im Kaisertum Österreich bezeichnet. Mit dem Ausdruck Biedermeier ist in der politischen Geschichte der Begriff der Restauration verknüpft, der sich auf die staatspolitische Entwicklung nach dem Ende der Napoleonischen Zeit und des Wiener Kongress bezieht. Bedeutsam ist der Begriff jedoch vor allem als Epochenbezeichnung der Kulturgeschichte, die für diesen Zeitraum auch keine konkurrierenden Begriffe wie Vormärz verwendet.

 

Der Ausdruck Biedermeier bezieht sich zum einen auf die in dieser Zeit entstehende eigene Kultur und Kunst des Bürgertums (z.B. in der Hausmusik, der Innenarchitektur, auch in der Mode), zum anderen auf die Literatur der Zeit, die beide - häufig zu Unrecht - mit dem Etikett »hausbacken« und »konservativ« versehen werden. Als typisch gilt die Flucht ins Idyll und ins Private. Schon der Dichter Jean Paul hatte vom »Vollglück in der Beschränkung« gesprochen, Goethes Sekretär Johann Peter Eckermann »eine reine Wirklichkeit im Lichte milder Verklärung« zu erkennen geglaubt.

 

Der Begriff

Der Begriff Biedermeier als Epochenbezeichnung entstand erst um 1900. Sie geht zurück auf eine fiktive Figur namens Gottlieb Biedermeier, die der Jurist und Schriftsteller Ludwig Eichrodt und der Arzt Adolf Kußmaul erfanden und unter dessen Name in den Jahren ab 1855 in den Münchner Fliegenden Blättern diverse Gedichte veröffentlicht wurden, die teilweise Parodien auf die Poesie des realen Dorfschullehrers Samuel Friedrich Sauter waren. Entstanden war der Name aus zwei Gedichten mit den Titeln Biedermanns Abendgemütlichkeit und Bummelmaiers Klage, die Joseph Victor von Scheffel in diesem Blatt 1848 veröffentlicht hatte. Bis 1869 wurde Biedermaier geschrieben, erst danach kam die Schreibweise mit ei auf. Der fiktive Herr Biedermeier war ein dichtender schwäbischer Dorflehrer mit einfachem Gemüt, dem laut Eichrodt seine kleine Stube, sein enger Garten, sein unansehnlicher Flecken und das dürftige Los eines verachteten Dorfschulmeisters zu irdischer Glückseligkeit verhelfen. In den Veröffentlichungen werden die Biederkeit, der Kleingeist und die unpolitische Haltung großer Teile des Bürgertums karikiert und verspottet.

 

Allerdings hat der revolutionäre Dichter Ludwig Pfau bereits 1847 ein Gedicht mit dem Titel Herr Biedermeier verfasst, das Spießigkeit und Doppelmoral anprangert. Es beginnt mit den Zeilen

Schau, dort spaziert Herr Biedermeier

 und seine Frau, den Sohn am Arm;

 sein Tritt ist sachte wie auf Eier,

sein Wahlspruch: Weder kalt noch warm.

Angeblich hat Eichrodt dieses Gedicht erst sehr viel später kennen gelernt, nachdem er seine eigene Biedermeier-Poesie längst veröffentlicht hatte. Nachprüfen lässt sich diese Behauptung Eichrodts freilich nicht.

 

Nach 1900 wurde der Begriff Biedermeier jedoch eher wertneutral aufgefasst, als Synonym für die neue bürgerliche Kultur der Häuslichkeit und der Betonung des Privaten, als gesellschaftliche Ruhephase vor der Umwälzung. Im erweiterten Sinne wurde er dann auch für Kunst, Literatur und Mode dieser Zeit benutzt.

 

Die politische Situation

 

Vorschaubild der Version vom 6. Mai 2010, 13:39 Uhr

Metternich etwa zur Zeit des Wiener Kongresses

 

Nach der Niederlage Napoleons in der Schlacht von Waterloo und seiner Verbannung wurden die Beschlüsse umgesetzt, die auf dem Wiener Kongress ausgehandelt worden waren. Es ging um eine Ordnung Europas mit dem Ziel einer Restauration, d.h. der Wiederherstellung jener Verhältnisse, die vor der Französischen Revolution Europa geprägt hatten. Zu diesem Zweck gingen die konservativen Monarchen Kaiser Franz I. von Österreich, der russische Zar Alexander I. und der preußische König Friedrich Wilhelm III. ein Bündnis ein.

 

Eine bedeutende politische Rolle spielte Fürst Metternich, ein gebürtiger Rheinländer, der im Dienst des österreichischen Kaisers stand. Er setzte die so genannten Karlsbader Beschlüsse von 1819 durch, die eine starke Einschränkung jeglicher politischer Betätigung bedeutete. Es wurde eine strenge Zensur für alle Veröffentlichungen eingeführt, inklusive der Musikwerke. Literaten wie Heinrich Heine und Georg Büchner emigrierten, ebenso Karl Marx, damals Redakteur der Rheinischen Zeitung in Köln.

Ohne die Karlsbader Beschlüsse ist die Biedermeierzeit nicht denkbar; außerhalb Deutschlands, Österreichs und Skandinaviens existiert daher auch der Begriff Biedermeier nicht, da die gesellschaftliche Entwicklung in anderen Ländern anders verlief.

 

Bildende Kunst

In der Bildenden Kunst der Biedermeierzeit dominierten die Genre- und die Landschaftsmalerei, aber auch das Porträt. Religiöse und historische Motive fehlen fast völlig. Der Stil war realistisch, die Bilder ähnelten oft einer fotografischen Abbildung. Vorbild war die niederländische Malerei des 17. Jahrhunderts. Allerdings war das angestrebte Ergebnis ein Pseudo-Realismus, denn die Wirklichkeit wurde gern idealisiert und ein wenig "verbessert". Die Aquarelltechnik erreichte ein sehr hohes Niveau; für Buchillustrationen wurde nun zunehmend die Lithografie eingesetzt. Als bildende Künstler des Biedermeier gelten die Maler Moritz von Schwind, Friedrich Gauermann, Eduard Gärtner, Adolph Menzel (Frühwerk), Ludwig Richter, Carl Spitzweg, Joseph Kriehuber und Ferdinand Georg Waldmüller. Richter war vor allem als Illustrator gefragt, er bebilderte rund 150 Bücher. In der Glas- und Porzellanmalerei ist die Epoche mit den Hausmalern Samuel Mohn und Anton Kothgasser verbunden. Typisch für diese Zeit ist ferner das Ansichtenglas.

 

Musik

Vorschaubild der Version vom 7. August 2005, 06:59 Uhr

Fanny Elßler, Lithographie von Joseph Kriehuber 1830

Auch die Musik wurde in der Phase des Biedermeier erstmals vom bürgerlichen Geschmack bestimmt. Die Hausmusik erlangte große Bedeutung. In nahezu jedem Wohnzimmer stand nun ein Klavier. Gefragt waren vor allem Kammermusikstücke; in den Städten wurden überall Musikgesellschaften und Gesangvereine gegründet. Die Notenverlage gaben bei den Komponisten vor allem leichte, heitere Werke in Auftrag, denn der Geschmack der Kunden war entscheidend für den Verkauf; vorher war nie eigens für den Hausgebrauch komponiert, sondern nur umgearbeitet worden. Tonangebend in der Klaviermusik war Robert Schumann, der dennoch kein Biedermeier-Komponist war. Auch Franz Schubert wird zu Unrecht hin und wieder in diese Schublade gesteckt. Zu nennen wären eher Ludwig Berger, Christian Heinrich Rinck oder Leopold Schefer. Populär waren z.B. die Lieder Wilhelm Müllers oder Alexander Fescas.

 

Das Biedermeier ist auch die Zeit des Walzers, dessen Hochburg natürlich Wien war. Er entstand aus dem meist im Freien getanzten Ländler. Zu den Tanzveranstaltungen strömten die Massen, war hier doch ausgelassene Fröhlichkeit erlaubt. Komponisten und Kapellmeister wurden teilweise gefeiert wie Stars, allen voran Johann Strauß (Vater) und Joseph Lanner. Sehr beliebt war auch das Ballett, in Wien feierte die Balletttänzerin Fanny Elßler Triumphe. Die herausragenden weiblichen Gesangsstars waren Henriette Sontag und Jenny Lind.

 

Neue bürgerliche Kultur

 

Vorschaubild der Version vom 13. September 2010, 04:47 Uhr

 

Postkartenmotiv als Beispiel für Biedermeier-Mode

 

Mit dem Begriff Biedermeier ist in erster Linie auch eine bürgerliche Kultur gemeint, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand. Das Bürgertum kultivierte das Privat- und Familienleben in ganz neuem Ausmaß. Nicht die Repräsentation stand im Vordergrund, sondern das häusliche Glück in den eigenen vier Wänden, die zum Rückzugsort wurden. Bürgerliche Tugenden wie Fleiß, Ehrlichkeit, Treue, Pflichtgefühl, Bescheidenheit wurden zu allgemeinen Prinzipien erhoben. Die Biedermeier-Wohnstube war die Urform des heutigen Wohnzimmers, und wahrscheinlich wurde damals der Ausdruck Gemütlichkeit eingeführt. Die Geselligkeit wurde in kleinem Rahmen gepflegt, beim Kaffeekränzchen, am Stammtisch, bei der Hausmusik, aber auch in den Wiener Kaffeehäusern.

 

Die bürgerliche Familienstruktur war patriarchalisch, der Mann das Oberhaupt der Familie; der Wirkungskreis der Frau war der Haushalt. Das wohlhabendere Bürgertum beschäftigte Personal, darunter eine Köchin, einen Kutscher, eine Kinderfrau, für Säuglinge auch eine Amme, mitunter ein Hauslehrer. Die wichtigsten weiblichen Freizeitbeschäftigungen waren Handarbeiten und das Klavierspiel, das jede Bürgerstochter zu lernen hatte. Wesentlich mehr Aufmerksamkeit als vorher widmete man auch der Kindererziehung und dem Kinderzimmer. Es entstand erstmals eine eigene Kindermode, die nicht nur eine Kopie der Erwachsenenmode war. Die Spielzeugindustrie erlebte ihre erste Blüte. 1840 gründete Friedrich Fröbel in Bad Blankenburg den ersten Kindergarten.

 

In der Biedermeierzeit wurde auch das häusliche Weihnachtsfest in der Form ausgebildet, die uns heute allen bekannt ist, mit Weihnachtsbaum, Weihnachtsliedern und Bescherung.

Theater

 

In der Biedermeierzeit erlebte auch das Theater einen Aufschwung, doch statt Belehrung war Unterhaltung gefragt, also eine Abkehr von den Idealen der Aufklärung. Aus den Nationaltheatern wurden wieder Hoftheater, wie in Berlin, wo in erster Linie der preußische König bestimmte, was im Schauspielhaus aufgeführt wurde. Die Theatermetropolen dieser Zeit waren Wien und Berlin. Zwischen 1815 und 1830 hatten im Berliner Schauspielhaus fast 300 Lustspiele Premiere, aber nur 56 Tragödien. Sehr beliebt beim Publikum waren auch Parodien, selbst Goethe und Shakespeare wurden nicht verschont. Nestroy brachte es 1857 fertig, in Wien eine Parodie auf Wagners Tannhäuser aufzuführen, noch bevor das Original überhaupt Premiere hatte.

 

Natürlich wurden auch Theaterstücke und Opern zensiert. In Österreich saßen die Zensoren sogar bei den Vorstellungen im Publikum. Die Theaterautoren gingen mit der Zensur unterschiedlich um: Viele passten sich an wie Raimund; Grillparzer, der auch Staatsbeamter war, schrieb einiges nur für die Schublade, während Nestroy mehrfach mit Geldbußen belegt wurde und sogar eine Gefängnisstrafe absitzen musste.

 

Architektur und Möbel

 

Vorschaubild der Version vom 6. August 2005, 05:50 Uhr

 

Biedermeier-Fassade in Baden bei Wien

 

Das wesentliche Kennzeichen der Biedermeier-Architektur ist der elegante, aber eher schlichte Stil, wobei er letztlich eine Variante des Klassizismus war. Dieser Stil prägte die Monumentalbauten dieser Zeit, das Biedermeier die bürgerlichen Wohnviertel. Der bedeutendste Architekt dieser Epoche war der Berliner Karl Friedrich Schinkel, aber seine Entwürfe waren nicht biedermeierlich. Der bedeutendste Biedermeier-Architekt war sicher Joseph Kornhäusel, der seine Spuren vor allem in Wien und Baden bei Wien, der Sommerresidenz des österreichischen Kaisers, hinterließ. Baden wurde nach einem Brand ab 1812 völlig neu wiederaufgebaut. Da Kornhäusel sehr bekannt war, erhielt er auch Aufträge des Adels.

 

Die Biedermeier-Möbel folgen keinem einheitlichen Stil, zeichnen sich aber ebenfalls durch schlichte Eleganz aus. Sie hatten weniger repräsentativen Charakter, sondern sollten den Eindruck von Behaglichkeit verbreiten, vor allem auch zweckmäßig sein. Die ersten Möbel dieser Art entstanden in Wien, wobei englisches Mobiliar als Vorbild diente. Großer Wert wurde bei der Produktion auf die handwerkliche Qualität gelegt. Typisch für das Biedermeier sind Kleinmöbel wie Kommoden, Sekretäre oder Nähtischchen. In Wien prägte der Möbelfabrikant Joseph Danhauser senior die neue Wohnkultur. In diese Zeit fällt auch der Erfolg der Bugholzmöbel von Michael Thonet, der aus Boppard stammte und 1842 vom österreichischen Hof nach Wien geholt wurde. Er entwarf die Ausstattung des Palais Liechtenstein in Wien.

 

Mode

Vorschaubild der Version vom 2. April 2011, 20:28 Uhr

 

Dandys mit geschnürter Wespentaille, um 1830

 

Nach der Epoche des Empire-Stils (1795-1820) wurde die Damenmode im Biedermeier schlichter, aber auch deutlich unbequemer. Die Taille wurde ab 1835 wieder deutlich betont, und Reifrock und Korsett wurden zu unentbehrlichen Kleidungsstücken der höheren Schichten. Schon ab 1820 wurden die Ärmel der Tageskleider so voluminös, dass sie sogar beim Klavierspielen hinderlich waren. Sie werden als Hammelkeulenärmel bezeichnet. In Form gebracht wurden sie mittels Rosshaar und Fischbein. Sehr beliebt waren gemusterte Stoffe: kariert, gestreift oder geblümt. Für den Abend wurden gern schillernde Seidenstoffe gewählt. Die typische Kopfbedeckung dieser Zeit war die Schute, ein haubenähnlicher Hut. Die Schuhe waren flach, ohne Absatz. Wichtige Accessoires waren Kaschmirschal und Sonnenschirm. Die Biedermeier-Frisuren waren zunächst aufwändig und wurden mit Bändern und Schleifen geschmückt, ab 1835 wurden die Haare aber schlicht zu einem Nackenknoten (Chignon) mit seitlichen Korkenzieherlocken frisiert.

 

Auch die Herrenmode des Biedermeier war alles andere als bequem. Modevorbild von 1800 bis etwa 1830 war der Dandy, dessen Prototyp der Engländer George Bryan Brummell war. In dieser Zeit wurde auch die männliche Kleidung eng tailliert getragen, so dass viele Männer zu einem Schnürgürtel griffen. Die Hemden hatten einen so genannten Vatermörder-Kragen, der den Hals einschnürte. Dazu wurden seit 1815 erstmals lange Hosen (Pantalons) getragen, gestreifte oder geblümte Westen sowie ein Gehrock oder ein Frack. Kopfbedeckung war der Zylinder. Wichtig waren auch die kunstvoll geknotete Krawatte, ein Spazierstock, Handschuhe und eine Taschenuhr, evtl. noch ein Lorgnette. Nach 1820 galten auch Backen-, Oberlippen- oder Kinnbart nicht mehr als revolutionär, der Vollbart aber galt als Symbol des Liberalismus. Unerlässlich waren zu dieser Zeit lange Koteletten, genannt Favoris.

 

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